Archiv für Dezember 2013

Auf den Spuren jüdischen Lebens in Lichtenberg

Am 9. November jährte sich die Reichspogromnacht bereits zum 75. Mal, weshalb das Bündnis für Demokratie und Toleranz zu einem Rundgang auf den Spuren jüdischen Lebens durch den Weitlingkiez einlud. Zu dem Stadtrundgang trafen sich um 10 Uhr rund 60 Menschen, darunter Bürger_innen, Politiker_innen und Abgeordnete am S+U Bhf. Lichtenberg (Ausgang Einbeckerstraße). Ziel war es Vergangenes und Vergessenes im Bezirk wieder sichtbar zu machen und den Opfern des Antisemitismus einen Namen zu geben. Es wurden Orte besucht, an denen lokales jüdisches Leben stattfand. So erfuhren die Teilnehmer_innen zu Beginn der Veranstaltung vom Schicksal der Familie Lewin, welche bis zu ihrer Deportation ein Textilgeschäft betrieb. Außerdem wurde die Geschichte des Stadtobertierarztes Heinrich Ledermann und dessen Ehefrau Martha Ledermann berichtet, die, der drohenden Ermordung durch die Nazis bewusst, den erzwungenen Freitod wählten.
Der Rundgang durch den Kiez dauerte zwei Stunden, in denen die Leben von 18 Menschen skizziert wurden, die von den Nazis ermordet wurden. Es wurden vorhandene Stolpersteine geputzt und Rosen niedergelegt, sowie Kerzen angezündet.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer_innen die an diesem Tag ein ehrenvolles Gedenken ermöglicht haben. Dem Bündnis ist es wichtig, sich weiterhin kontinuierlich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander zu setzen.