Archiv für Juli 2014

Neues buntes Wandbild in Lichtenberg

An dem elfgeschossigen Haus in der Landsberger Allee 228B befindet sich seit kurzem ein Wandbild, das sich über die gesamten elf Etagen des Hauses erstreckt. Es ist das zweite dieser Art und wurde von den US-Amerikanern James Bulloughs (35) und Addison Karl (31) erstellt. Die beiden hatten eine Ausschreibung der HOWOGE gewonnen und konnten so ihren Vorschlag verwirklichen. Insgesamt vier Wochen haben sie an dem Bild gearbeitet.
Es zeigt drei Menschen, die sich, auf den Schultern der anderen stehend, gegenseitig stützen. Laut den Künstlern soll dies die kulturelle Vielfalt der Berliner Bevölkerung symbolisieren.
Das Bild reiht sich perfekt in eine ganze Reihe von Wandbildern im Bezirk ein. Zu nennen sei dabei unter anderem die Bemalung der Lichtenberger Brücke, die – unterstützt vom Lokalen Aktionsplan Lichtenberg-Mitte – als Reaktion auf vermehrte Neonazi-Schmierereien an der Brücke entstand. Seitdem ist auch dort ein klares Bekenntnis Lichtenbergs zu Vielfalt und Toleranz zu sehen.

(Copyright: Just Photographer Berlin)

Gewalttätige Neonazis verurteilt

Am 8. Mai 2013 versammelten sich etwa 30 Neonazis vor dem Museum Karlshorst, in dem 1945 die Kapitulation Deutschlands unterschrieben wurde, um eine Kundgebung mit geschichtsrevisionistischen und NS-verherrlichenden Reden abzuhalten.
Am selben Tag wurden in Karlshorst dutzende NPD-Aufkleber geklebt und am Abend griffen nur wenige hundert Meter entfernt in der Straßenbahn ein 20- und ein 23-Jähriger Neonazi mehrere Personen an. Sie hörten in der Bahn laut Musik und grölten Neonazi-Parolen. Als sich andere Fahrgäste daran störten, griffen die Neonazis diese mit Schlägen und Prefferspray an.
In dem Prozess ging es zudem um eine weitere Tat eines der Angeklagten. Er hatte am 24. Juni 2013 in Schönweide einen Mann von hinten mit einem Baseballschläger niedergeschlagen, weil er ihn für einen „Ausländer“ hielt. Die Täter stritten vor Gericht jedoch ab, Neonazis zu sein.

Am 10. Juli 2014 wurde nun das Urteil gegen die Angeklagten gesprochen. Die beiden wurden zu anderthalb bzw. einem Jahr Haft verurteilt. Beide Strafen wurden auf Bewährung ausgesetzt.

Ein Artikel zum Prozess:
Neues Deutschland

Linktipp: „Rechtes Land“

Das „Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum“, kurz APABIZ, ist eines der umtriebigsten Projekte, wenn es um die Dokumentation neonazistischer Publikationen, Rechtsrock-Musik und allgemein Informationen zu Neonazi-Parteien und anderer Vereinigungen geht.
In diesem Rahmen hat das APABIZ eine interaktive Karte mit dem Namen „Rechtes Land“ ins Internet gestellt. An dieser lassen sich verschiedene Entwicklungen der Neonaziszene räumlich nachvollziehen. Mit einfachen Häkchen, werden auf der Deutschland-, oder spezieller auf der Berlin-Karte z.B. Neonazi-Aufmärsche, Angriffe auf Flüchtlingsheime oder auch die Taten des NSU anschauen.
Auch die Zahlen des „Lichtenberger Registers“ (Rechtes Land > Chroniken 2013 > Chronik Lichtenberg) aus dem vergangenen Jahr sind in die Karte eingespeist und geben einen Eindruck über Schwerpunkte neonazistischer Organisierung.

Vielen Dank für dieses sinnvolle und übersichtliche Projekt:
Rechtes Land

Erneut rassistischer Übergriff in Lichtenberg

In der Nacht zum Samstag, dem 6. Juli, hat ein 33-jähriger Autofahrer in Lichtenberg zwei Libanesen aus rassistischen Motiven mit einer Axt angegriffen.
Der Täter bremste das Auto eines 27-jährigen Libanesen auf der Frankfurter Allee aus und näherte sich ihm mit einer Axt. Der Libanese konnte mit seinem Auto entkommen. Nicht so glimpflich erging es einem 41-jährigen Libanesen, dessen Auto der Rassist an der nächsten Kreuzung angriff und beschädigte. Der Täter äußerte sich dabei mehrfach rassistisch und konnte erst durch die eintreffende Polizei von weiteren Attacken abgehalten werden.
Der Angriff zeigt erneut das gestiegene Agressionspotential, das seit letztem Jahr Migrant_innen entgegenschlägt. Im Zuge der erhitzten Diskussionen um neue Flüchtlingsunterkünfte und die Aufnahme von Flüchtlingen aus Bürgerkriegsländern wie z.B. Syrien ist es zu einem deutlichen Anstieg von rassistischen Angriffen auf Personen und Unterkünfte gekommen. Die Amadeu-Antonio-Stiftung und „Pro Asyl“ haben diese Entwicklung bildlich in einer Grafik dargestellt. Es heißt weiterhin, wachsam bleiben und dazwischengehen, wenn Rassist_innen aktiv werden.