Archiv für August 2014

“Bunter Wind” auf der Lichtenberger Ehrenamtsmesse

Nachdem das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz und dessen Kampagne “Bunter Wind für Lichtenberg” schon auf dem Rummelsburger Wasserfest vertreten war, findet nun der nächste Infostand am folgenden Samstag statt. Anlass ist die 4. Lichtenberger Ehrenamtsmesse.
Sie findet am Samstag, dem 30. August 2014 im Park hinter den Volkradpassagen statt. An unserem Stand können kostenlos die Materialien der “Bunter Wind für Lichtenberg”-Kampagne abgeholt werden und auch das Terminheft und die Infoflyer für die Berliner “Aktionswochen für ein offenes und vielfältiges Berlin”, in deren Rahmen sechs Veranstaltungen in Lichtenberg stattfinden.

Aktionswochen für ein offenes und vielfältiges Berlin

Vom 7. September bis 11. Oktober 2014 finden in mehreren Berliner Bezirken Veranstaltungen gegen Ausgrenzung, Rassismus und Rechtsextremismus statt. Die Aktionenwochen finden unter dem Dach des “Berliner Ratschlags für Demokratie” statt und werden über die Lokalen Aktionspläne “TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN” finanziert.

Die sechs Veranstaltungen, die in diesem Rahmen in Lichtenberg stattfinden, tragen das Motto “Bunter Wind für Lichtenberg” und bieten ein breites thematisches Spektrum. So behandeln mehrere Veranstaltungen die Lokalgeschichte des Bezirks Lichtenberg – eine Bustour am 20. September führt zu mehreren historisch bedeutenden Orten im Bezirk. Ein weiteres Thema ist Flucht im globalen Kontext, dazu finden zwei Filmvorstellungen mit Gesprächen und einem Konzert statt. Die Robinson Schule veranstaltet am am 24. September eine Podiumsdiskussion zum Thema “Inklusion”.

Alle weiteren Informationen über die Berliner Veranstaltungen finden sich hier: aktionswochen.brfd.de

Einen ausführlichen Überblick über die Lichtenberger Veranstaltungen:
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„Bunter Wind für Lichtenberg. Laut und Vielfältig gegen Neonazis und Rassisten“ – Kampagne ist gestartet

Mit einem Pressegespräch im Interkulturellen Bildungszentrum im Weitlingkiez startet am 13. August die Kampagne des Lichtenberger Bündnisses für Demokratie und Toleranz.
„Bunter Wind heisst für uns, aktiv und entschlossen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einzutreten“, erklären die über 100 Erstunterzeichner_innen des Aufrufs. Unter ihnen Vereine, Organisationen, Jugendeinrichtungen, Projekte sowie Vertreter_innen aus Politik und Verwaltung und Einzelpersonen aus dem ganzen Bezirk.

Auch die Eisbären Berlin sind unter den Erstunterzeichner_innen. „Die Wiege der Eisbären steht in Lichtenberg-Hohenschönhausen. Deshalb sind wir mit dem Stadtbezirk eng verbunden und wünschen uns sehr, dass hier so viele verschiedene Menschen wie möglich freundschaftlich zusammenleben. Rassismus hat weder bei den Eisbären noch in Lichtenberg-Hohenschönhausen Platz. Lichtenberg ist genau so bunt, wie die Fankurve bei den Eisbären“, beschreibt Daniel Goldstein (Pressesprecher Eisbären Berlin) die Motivation des Eishockeyclubs sich an der Kampagne zu beteiligen.

Die Idee für die Kampagne entstand während der Proteste gegen den ehemaligen Neonazi-Treffpunkt in der Lückstraße im Weitlingkiez. Das gemeinsame und kontinuierliche Engagement von Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung führte zum Erfolg, die Neonazis mussten mittlerweile aus den Räumen ausziehen.
Rosemarie Heyer (Mitglied des Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz) erläutert: „Viele Menschen engagieren sich in Lichtenberg, zum Beispiel im Bündnis, in den Interkulturellen Gärten oder im Netzwerk Jugendfreizeiteinrichtungen gegen Diskriminierung. Dieses Engagement wollen wir mit der Kampagne bündeln und verbreitern.“ Auch inhaltlich will das Kampagnen-Netzwerk sich weiteren Themen widmen, wie Homophobie, der Willkommenskultur für Flüchtlinge oder der Auseinandersetzung mit Antiziganismus. Bereits im September und Oktober sind erste Aktionen und Veranstaltung dazu geplant zum Beispiel im Rahmen der berlinweiten Aktionswochen für ein offenes und vielfältiges Berlin.
Auch der Bezirksbürgermeister Andreas Geisel begrüßt die Kampagne: „In Lichtenberg weht der „Bunte Wind“ und ist Synonym für einen weltoffenen, demokratischen und modernen Bezirk Berlins. Bunt sind bei uns die Aktionen, Projekte und Initiativen für Demokratie und Toleranz gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus und genauso vielfältig ist die Beteiligung aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen und Zivilgesellschaft. Dieses Netzwerk ist der Garant für eine feste Verankerung dieser Werte in der politischen Kultur von Lichtenberg.“

Die nächste Möglichkeit sich über die Kampagne zu informieren besteht auf dem Rummelsburger Wasserfest am 23. August ab 12 Uhr an der Zillepromenade.

Presse zum Kampagnenstart:

RBB Abendschau – „Lichtenberg gegen Neonazis“ (13.08.2014)
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin – Kampagnenstart „Bunter Wind für Lichtenberg“ (13.08.2014)
taz – Kühler Wind für Neonazis (14.08.2014)
Neues Deutschland – Gebündelte Kraft gegen Nazis (14.08.2014)
LichtenbergMarzahnPlus – Bunter Wind für Lichtenberg (14.08.2014)
BerlinOnline – Bunter Wind für Lichtenberg (14.08.2014)

Neue Publikation zur Lückstraße 58 erschienen

„Insgesamt 1191 Tage bestand der Neonazi-Treffpunkt in der Lückstraße 58. Seit dem 3. Juni 2014 ist er Geschichte. Die Neonazis verabschiedeten sich Ende Mai mit mehreren Versammlungen vor dem Objekt. Der Treffpunkt war in den letzten drei Jahren eines der zentralen Objekte der Berliner Neonazi-Szene. Hier fanden Veranstaltungen, Kampfsportkurse und Neonazi-Feiern statt. Die Lückstraße 58 war Ausgangspunkt für Propagandatouren, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen gegen Migrant_innen und Andersdenkende, die nicht ins Weltbild der Neonazis passten. Aktuell wurde ein Heft veröffentlicht, das die letzten drei Jahre zusammenfasst.
In der Publikation wird die Funktion, die ein solches Objekt für Neonazis hat, beschrieben. Es wird die regionale Verteilung von Neonazi-Immobilien in Deutschland gezeigt und die Entwicklung, die zur Anmietung der Lückstraße 58 führte, nachgezeichnet.
Das „Motiv Rechts“-Spezial stellt die zentralen Akteure des Vereins vor und wirft einen Blick ins Innere der Lückstraße 58. Zum Schluss werden Tipps vorgestellt, wie in Zukunft mit ähnlichen Objekten umgegangen werden kann.

Die Broschüre wurde von der Antifa Hohenschönhausen, dem „Recherche Team Lichtenberg“ und antifaschistischen Einzelpersonen erstellt.“

Download: Broschüre als pdf-Datei