Zeigt Solidarität mit Flüchtlingen in Lichtenberg! – Aufruf zu Kundgebungen am 10. Januar in Hohenschönhausen


Das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz ruft dazu auf, am Samstag den 10. Januar 2015 ab 14 Uhr Solidarität mit Flüchtlingen zu zeigen. Nach Köpenick, Buch und Marzahn-Hellersdorf mobilisieren nun auch Flüchtlingsgegner/innen in Lichtenberg zu rassistischen Protesten gegen eine Notunterkunft in Wartenberg und eine geplante Unterbringung von Flüchtlingen im Ortsteil Falkenberg.

In der letzten Zeit sind viele Menschen geflohen vor Krieg, Hunger, Diskriminierung, Bedrohung und Armut. Flucht bedeutet, dass man sein zu Hause aufgibt und sich auf einen langen, gefährlichen Weg macht für ein besseres Leben – viel lässt man zurück. Allein durch den Krieg in Syrien wurden ca. 2,8 Millionen Menschen zu Flüchtlingen. Einige von ihnen finden nun auch in Hohenschönhausen ein neues zu Hause und Schutz.
Seit Mitte dieser Woche hat das LaGeSO in zwei Turnhallen in der Klützerstr. im Ortsteil Wartenberg eine Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet, die ersten Flüchtlinge sind bereits eingezogen. Außerdem entsteht 2015 im Hausvaterweg ein sogenanntes Containerdorf für 240 Flüchtlinge.
Bereits zweimal haben Heimgegner/innen einen rassistischen Aufmarsch in Hohenschönhausen durchgeführt. Unter ihnen Vertreter/innen der rechtspopulistischen Partei PRO Deutschland, der NPD, rechte Hooligans und extrem rechte Aktivist/innen des „Nationalen Widerstand Berlin“.
Nun wird erneut auf der Facebookseite „Kein Asylanten- Containerdorf in Falkenberg“ zu einem Aufmarsch am 10. Januar ab 15 Uhr aufgerufen. Treffpunkt ist der Netto-Parkplatz in der Egon-Erwin-Kisch-Straße. Die Facebookseite ist Teil eines rassistischen Netzwerkes in Berlin, das unter dem Label „Berlin wehrt sich!“ agiert.

Das Recht auf Asyl ist im deutschen Grundgesetz verankert und beinhaltet den Schutz der Person und die Bereitstellung von Mittel zur Existenzsicherung, wie zum Beispiel eine Unterkunft.
Unser Ziel ist es nicht, die Debatte über die Unterbringung von Flüchtlingen durch Demonstrationen zu ersetzen. Wir wollen jedoch deutlich machen, dass Rassismus und Ausgrenzung in Hohenschönhausen und anderswo keinen Platz hat.

Darum ruft das Lichtenberger Bündnis auf, sich an den Kundgebungen für die Flüchtlinge und gegen Rassismus und Ausgrenzung zu beteiligen!

Kommt alle ab 14 Uhr zu der Kundgebung Egon-Erwin-Kisch/Ecke Falkenberger Chaussee (vor dem Bürgeramt).

Weitere Kundgebungen nördlich der Grevesmühlener Straße wurden durch die Versammlungsbehörde untersagt.

Alternative zur Kundgebung oder Vorab-Aktion: Demo „Gemeinsam gegen Rassismus“ – 13 Uhr – S-Bhf. Ahrensfelde