Archiv für März 2015

Ausstellung “Berliner Tatorte” im Lichtenberger Rathaus

Seit Donnerstag im Lichtenberger Rathaus (Möllendorffstr. 6) zu sehen:
Die Ausstellung Berliner Tatorte – Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt zeigt die von Jörg Möller fotografierten Orte dieser Angriffe. Auf den Fotografien sind ganz gewöhnliche Straßen, Plätze oder Bahnhöfe zu sehen, die nichts von der dort erfahrenen Angst und den erlittenen Schmerzen der Opfer erkennen lassen. Die Texte zu den Fotografien sind der berlinweiten Chronik der Opferberatung „ReachOut“ entnommen.

Weitere Infos zu der Ausstellung unter http://www.berlin.de/…/pre…/archiv/20150318.1500.401462.html

Ein kurzer Bericht von den Protesten gegen die NPD (21.03.2015)

30 Menschen haben heute in Hohenschönhausen gegen eine Kundgebung der NPD protestiert. Unter ihnen waren auch die Bürgermeisterin, der stellvertretende Bürgermeister und Mitglieder unseres Bündnisses. Die Bürgermeisterin sprach ein kurzes Grußwort, in dem sie klarstellte, dass Geflüchtete in Lichtenberg willkommen sind und sie sich für eine angemessene Unterbringung einsetzt.
Die NPD schlug um 15:00 Uhr mit 15 Neonazis in der Grevesmühlener Straße auf. Unter ihnen neben Lichtenberger NPD-Funktionären auch der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke. Sie hielten eine 50-minütige Kundgebung ab, die Teil einer NPD-Tour durch Berlin mit vier Stationen war. Auch der Anmelder der vorigen Anti-Flüchtlings-Demonstrationen in Hohenschönhausen war Teil der Kundgebung und stellte so auch für den letzten Beobachter klar, dass die Demonstrationen in Hohenschönhausen von Anfang an ein von der NPD gesteuertes Projekt waren.

Danke allen, die seit Dezember kontinuierlich für die Solidarität mit Geflüchteten in unserem Bezirk auf die Straße gehen.

Bunter Wind für Lichtenberg – Proteste gegen NPD-Kundgebung am 21.März 2015


Nach mehreren gescheiterten Aufmärschen von Rassist_innen und Neonazis in Hohenschönhausen wagt die NPD nun einen weiteren Versuch, gegen die Unterkünfte von geflüchteten Menschen zu protestieren. Die Neonazis haben für den 21. März 2015 um 15 Uhr eine Kundgebung in der Nähe der Turnhallen , in denen Geflüchtete untergebracht sind, angemeldet.

Das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz ruft erneut dazu auf, am Sonnabend, den 21. März 2015 ab 14.30 Uhr Solidarität mit den neuen Nachbar_innen in der Notunterkunft für Flüchtlinge in der Klützerstraße zu zeigen.

Das Recht auf Asyl ist im deutschen Grundgesetz verankert und beinhaltet den Schutz der Person und die Bereitstellung von Mitteln zur Existenzsicherung, wie zum Beispiel eine Unterkunft. Unser Ziel ist es nicht, die Debatte über die Unterbringung von Flüchtlingen durch Demonstrationen zu ersetzen. Wir wollen jedoch deutlich machen, dass Rassismus und Ausgrenzung in Hohenschönhausen und anderswo keinen Platz haben.

Darum ruft das Lichtenberger Bündnis auf, sich an der Kundgebung zu beteiligen: gegen rassistische Parolen und für die Solidarität mit Flüchtlingen. Ganz nach dem Motto der Kampagne „Bunter Wind für Lichtenberg“: Bunt und Vielfältig gegen Neonazis und Rassisten!

Vortreffpunkte
14:30 Uhr – Bürgeramt Egon-Erwin-Kisch-Straße (S-Bhf Hohenschönhausen) – Gemeinsam zur Kundgebung

Kundgebung
14:45 Uhr – Grevesmühlener Straße / Crivitzer Straße

Weiterer Erfolg der Flüchtlingsunterstützer_innen in Hohenschönhausen

Für Mittwoch, den 4. März, hatte die NPD-nahe „Berlin wehrt sich“-Facebookseite eine weitere Anti-Flüchtlings-Demonstration durch Hohenschönhausen angekündigt. Bereits ab 18:00 fanden zwei antirassistische Kundgebungen am Rande der angemeldeten Strecke statt. 50 Menschen nahmen an diesen teil und zeigten deutlich, dass Rassismus in Hohenschönhausen nicht geduldet wird.
Gegen 19:00 Uhr fanden sich etwa 15 Personen am Startpunkt der Anti-Flüchtlings-Demonstration ein, also noch weniger als am 11. Februar, als noch 20 Personen gekommen waren. Sie entschieden sich, nur eine 5-Minütige Kundgebung im Schneegestöber abzuhalten. Um kurz nach 19:00 Uhr war der Spuk also wieder beendet. Das einzige Zeichen, welches an diesem Tag in Hohenschönhausen hör- und sichtbar war, war das der Flüchtlingsunterstützer_innen.

Danke allen, die auch dem Aufruf des Bündnisses gefolgt sind und in Hohenschönhausen auf der Straße waren.

Lichtenberger Register-Zahlen für 2014 vorgestellt

null

Am Dienstag wurden die Ergebnisse der Berliner Register und von ReachOut für 2014 vorgestellt:

In Lichtenberg wurden insgesamt 105 Vorfälle im Jahr 2014 gezählt. Das ist ein Rückgang um etwa 10 Prozent (2013: 115). In fast allen Bereichen ist ein Rückgang zu verzeichnen. Vor allem bei den Angriffen (2014: 11, 2013: 19) und Bedrohungen (2014: 2, 2013: 4) ist der Rückgang erfreulich. Lediglich die Propaganda-Vorkommnisse sind auf 65 gestiegen (2013: 49).
Lichtenberg-Mitte ist weiterhin Schwerpunkt neonazistischer Aktivitäten, dicht gefolgt jedoch von Hohenschönhausen Nord, dem aktuellen Zentrum der bezirklichen Anti-Flüchtlingsproteste. Der Rückgang der Aktivitäten ist unter anderem auf die Schließung des zentralen Treffpunkts der neonazistischen Szene in der Lückstraße im Juni 2014 zurückzuführen. Lediglich das Zuwanderungsthema wurde von der NPD und „Pro Deutschland“ für Kundgebungen und Flugblattaktionen genutzt. Die rassistischen Proteste erreichten jedoch bei weitem nicht das Ausmaß anderer Bezirke.
Die aktuelle Pressemitteilung und eine Kurzfassung der Ergebnisse aus den anderen Bezirken findet ihr unter:
http://www.berliner-register.de/content/ergebnisse-der-register-und-von-reachout-f%C3%BCr-2014