Archiv für April 2015

Gemeinsam am 1. Mai protestieren und feiern! Für ein weltoffenes und buntes Lichtenberg!


Alle Jahre wieder veranstaltet die rechtsextreme und rassistische NPD am 1. Mai Aufmärsche in Berlin. Auch in diesem Jahr will die Partei Kundgebungen – so auch in Hohenschönhausen und Marzahn – durchführen, um ihre Hetze gegen Geflüchtete auf die Straße zu bringen. Wir wollen für Soldidarität mit Geflüchteten und gegen rassistische Parolen demonstrieren. Ganz nach dem Motto der Kampagne „Bunter Wind für Lichtenberg“: Bunt und Vielfältig gegen Neonazis und Rassisten!

Im Anschluss wollen wir gemeinsam mit den Lichtenberger_innen und den neuen Nachbarn auf dem Fest „Bunte Platte“ feiern.


Erst protestieren …

Das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz ruft erneut dazu auf, am Freitag, den 1. Mai 2015 ab 11.00 Uhr Solidarität mit Geflüchteten zu zeigen. Das Recht auf Asyl ist im deutschen Grundgesetz verankert und beinhaltet den Schutz der Person und die Bereitstellung von Mitteln zur Existenzsicherung, wie zum Beispiel eine Unterkunft. Unser Ziel ist es nicht, die Debatte über die Unterbringung von Flüchtlingen durch Demonstrationen zu ersetzen. Wir wollen jedoch deutlich machen, dass Rassismus und Ausgrenzung in Hohenschönhausen und anderswo keinen Platz haben.

Kundgebung
1.Mai 2015 – 11.30 Uhr – Falkenberger Chaussee / Rüdickenstraße

Antifaschistische Demonstration (organisiert vom Bündnis „Gemeinsam gegen Rassismus“)
11:00 Uhr – S-Bahnhof Hohenschönhausen

…dann gemeinsam feiern.

Bereits zum zehnten Mal findet am Freitag, 1. Mai, von 11 bis 18 Uhr die „Bunte Platte“ am Warnitzer Bogen in Hohenschönhausen statt. Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro wird das Familienfest um 11 Uhr eröffnen. Vereine und Parteien werden sich an diesem Tag in Hohenschönhausen präsentieren. Die Besucher können sich auf Spiele, sportliche Aktivitäten sowie ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm freuen.

Neben allen alteingesessenen Lichtenbergerinnen und Lichtenbergern sind auch in diesem Jahr explizit Flüchtlingsfamilien zu dem Fest eingeladen. Letztere werden von der „Willkommensinitiative Lichtenberg“ und den Mitveranstaltern unterstützt, damit sie die spielerischen, sportlichen und gastronomischen Angebote nutzen können und sich sicher fühlen. Die „Bunte Platte“ soll ein positives Beispiel dafür sein, wie Flüchtlinge aufgenommen und integriert werden.

„Das Bezirksamt, viele Vereine, Initiativen und die demokratischen Parteien wollen mit der Bunten Platte in Lichtenberg ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und gegen rechte Gewalt setzen. Hoffentlich kommen am 1. Mai viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen zusammen, um gemeinsam mit uns zu feiern“, sagt Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro.

Vor mehr als zehn Jahren war zum 1. Mai die NPD in Lichtenberg aufmarschiert. Als Reaktion darauf wurde die Veranstaltung „Bunte Platte“ in Hohenschönhausen etabliert. Die Menschen wollten und wollen damit ein Zeichen setzen für eine weltoffene Gesellschaft und ein friedliches, demokratisches Miteinander.

Fest „Bunte Platte“
1.Mai 2015 – 11.00 bis 18.00 Uhr – Warnitzer Bogen

Mehrere Stolpersteine in Lichtenberg verlegt


26. März 2015 wurden in Lichtenberg mehrere Stolpersteine verlegt – für Familie Lange in Alt-Hohenschöhausen und für “Bobby” und “Eddy” in Karlshorst. An den Verlegungen nahmen neben Anwohner_innen und Engagierten auch Angehörige der Familie Lange und von Werner „Eddy“ Schallhammer teil.

Familie Lange –
Die Familie wohnte in der ehemaligen Koskestr. 13/14 in Hohenschönhausen und wurde, wie so viele jüdische Mitbürger nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Tochter Herta hat wie ein Wunder überlebt und wurde auf dem Todesmarsch von Auschwitz in Malchow/Mecklenburg von sowjetischen Soldaten befreit. Nach dem Krieg konnte sie eine Familie gründen.

“Bobby” und “Eddy” –
Hier haben Schüler/innen des Coppi-Gymnasiums Karlshorst in umfangreicher Projektarbeit zu beiden recherchiert. “Bobby” und “Eddy” besuchten gemeinsam die Kant-Schule an der Treskowallee und begeisterten sich für Swing-Musik.
Sie waren von der amerikanischen Lebensweise fasziniert und gaben sich deshalb auch diese Spitznamen. Sie sind der Swing-Jugend zuzuordnen. Beide wurden zum Kriegsdienst eingezogen und dort wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt.
“Bobby”- Rudolf Pörschke wurde auf dem Schlachtschiff “Tirpitz” am 25. Mai 1944 hingerichtet. “Eddy” – Werner Schallhammer per Standgericht verurteilt und am 13. März 1945 in der “Murellenschlucht” hingerichtet.

In Lichtenberg liegen inzwischen deutlich mehr als 100 Stolpersteine in Gedenken an die lokalen Opfer der Nazizeit. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite der Netzwerkstelle „Licht-Blicke“ (http://www.licht-blicke.org)