Eine Auswertung der Schultüten-Aktion

Am 6. August veröffentlichte das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz den Aufruf, Schultüten für geflüchtete Kinder und Jugendliche zu basteln und in der Koordinierungsstelle abzugeben. Die Idee dahinter war einfach: Zum einen sollten die neu ankommenden Geflüchteten im Bezirk einen schönen Willkommensgruß bekommen, um ihnen so den Einstieg ins Schulleben zu erleichtern. Zum anderen waren bereits in den letzten Monaten viele Menschen auf uns zugekommen mit der Frage, wie sie geflüchteten Menschen im Bezirk helfen können. In Kooperation mit der Alexander-Puschkin-Schule wurde der Aufruf für deren Willkommensschüler_innen gestartet.

Dass die Idee derart stark aufgegriffen würde, hatte niemand erwartet. Mehrere Zeitungen, Radios und lokale Portale veröffentlichten den Aufruf und so waren die 40 Schultüten schon nach kurzer Zeit zusammen.
Doch der Zuspruch für die Aktion nahm kein Ende! Neben dem Büro der Koordinierungsstelle Lichtenberg erklärten sich auch das Nachbarschaftszentrum Undine und das Stadtteilzentrum Lichtenberg Mitte bereit, Schultüten entgegen zu nehmen. Auch die anderen Nutzer_innen der KultSchule waren uns bei der Annahme der Spenden eine große Hilfe.

Insgesamt wurden schätzungsweise 700 Schultüten unterschiedlichster Größe, selbstgebastelte oder gekaufte, mit Kuscheltieren, Fußbällen, Regenschirmen, Mini-Skateboards, Süßigkeiten und natürlich Schulmaterialien abgegeben. Dazu mehrere Ranzen und Taschen. Die Spender_innen waren Familien, Senior_innen, Student_innen, kleine Betriebe und Läden aus dem Bezirk und ganz Berlin. Menschen, die bei Facebook aufriefen, ob sich jemand von den Freund_innen beteiligen wolle und plötzlich das Wohnzimmer voller Schulmaterial hatten; Menschen, die sich zum Geburtstag von ihren Freund_innen nur Schultüten für diese Aktion wünschten und dann mit einem vollbepackten Auto vorbeikamen. Redakteur_innen der Berliner Zeitung, die nicht nur – wie mehrere andere Zeitungen auch – Werbung für die Aktion machten, sondern selbst dutzende Tüten packten. Immer wieder kam auch die Frage, was man noch tun könnte für die neuen Nachbar_innen und so konnten wir auch viele Menschen gewinnen bei der Willkommensinitaitive mit zu arbeiten, sich in der Notunterkunft in Karlshorst oder in den Schulen zu engagieren.

Nun mussten die vielen, vielen Tüten verteilt werden unter den Willkommenklassen an Schulen im ganzen Bezirk. In den zwei Wochen nach Schulbeginn leerte sich unser Büro wieder. Mit Hilfe vonehrenamtlichen Helfer_innen und der Unterstützung von Gangway Hohenschönhausen, der pad gGmbH und dem Stadtteilzentrum Ostseeviertel wurden mit Autos und Transporten die Schultüten zu den Willkommensklassen der Fritz Reuter Schule, der Adam Ries Schule, der Schule im Grünen Grund, des Grünen Campus Malchow und des Barnim Gymnasiums gebracht und den neuen Schüler_innen übergeben. Bei mehreren Übergaben waren wir mit dabei und erlebten die Freude der Beschenkten hautnah mit. Ein Teil der zusätzlich abgegebenen Sachspenden fand seinen Weg zu Deutschkursen in den Lichtenberger Unterkünften.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei Allen bedanken, die diese Aktion unterstützt, beworben, selbst gespendet, Schultüten transportiert oder Kontakte hergestellt haben. Sie war ein großer Erfolg.

Wer weiterhin nach Möglichkeiten des Engagements sucht, dem seien diese Seiten ans Herz gelegt:
www.willkommensinitiative-lichtenberg.de
www.lichtenberg.blogsport.de
www.lichtenberg-hilft.de

Für direkte Hilfe und Spenden gibt es den Spendenmelder auf der Internetseite der Lichtenberger Integrationsbeauftragten
https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/artikel.352224.php