Licht-Blitze Februar 2016 erschienen

Aktuell ist der neue Newsletter der Fach- und Netzwerkstelle „Licht-Blicke“ erschienen.
Zum Download ist er auf der Homepage von „Licht-Blicke“ zu finden.

Darin wird unter anderem ein Begegnungsprojekt mit Geflüchteten in Hohenschönhausen vorgestellt:
„Durch die momentane Diskussion um die Schülerin des Barnim-Gymnasiums und die darauf folgenden Angriffe auf die Unterkunft für Geflüchtete im Hausvaterweg gibt es sehr viel Verunsicherung und Ängste in Hohenschönhausen. Sowohl bei den Geflüchteten als auch bei den BürgerInnen im Stadtteil. Dem Wollen wir entgegenwirken! Gemeinsam mit dem EJF (Betreiber der Unterkunft im Hausvaterweg) und der Freiwilligenagentur Hohenschönhausen möchten wir den Geflüchteten ihr Umfeld näher bringen! Helfen Sie uns, auf Orte aufmerksam zu machen, wo eine Willkommenskultur gelebt, der Alltag abwechslungsreicher gestaltet und Begegnung mit den BürgerInnen Hohenschönhausens möglich ist.
Bitte melden Sie sich unter freiwilligenagentur@vav-hhausen.de oder kommen Sie zu einem ersten Treffen am 15.2.2016, 18.30 ins Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel, Ribnitzer Str. 1b, 13051 Berlin“

Licht-Blitze Februar 2016

Statement zur aktuellen um sexualisierte Gewalt im Bezirk

Die erhitzte Debatte um die sexuellen Übergriffe in Köln wirkt. Derzeit versuchen Neonazis und Rassist_innen überall zu punkten, indem sie die Themen Flüchtlinge und sexuelle Gewalt verbinden. So auch in Lichtenberg.

In der vergangenen Woche veröffentlichte eine Lichtenberger Anti-Flüchtlings-Facebookseite die Geschichte einer 13-Jährigen, die
angeblich von Flüchtlingen entführt und vergewaltigt worden sei und stellte die Behauptung in einen Kontext mit dem Flüchtlingsheim in Falkenberg. Die Hetze wirkte. Da nutzte auch ein Statement der Polizei nichts, nach dem das Mädchen die Entführung und Vergewaltigung in ihrer Aussage widerrufen hätte.

Inzwischen haben in Marzahn mehrere Kundgebungen stattgefunden und eine Bürgerwehr hat sich konstituiert. In Lichtenberg gab es mehrere Angriffe auf das Falkenberger Heim und einen Angriff auf einen Flüchtling in der S-Bahn am Nöldnerplatz.

Die Betreiber der rassistischen Facebookseite scheinen die eskalierende Gewalt gegen Flüchtlinge nun noch ausbreiten zu wollen. So wurden in den letzten Tagen ähnliche Behauptungen über ein von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen bewohntes Heim in Lichtenberg verbreitet, wohl in der Hoffnung, dass es auch dort Proteste und Angriffe geben würde.

Gerade in einer so aufgeheizten Debatte ist es hingegen wichtig, Fakten zu prüfen, sachlich zu argumentieren, jeglicher rassistischer Hetze einen Riegel vorzuschieben und sich schützend vor die Betroffenen rassistischer Gewalt zu stellen.

Eine Auswertung der Schultüten-Aktion

Am 6. August veröffentlichte das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz den Aufruf, Schultüten für geflüchtete Kinder und Jugendliche zu basteln und in der Koordinierungsstelle abzugeben. Die Idee dahinter war einfach: Zum einen sollten die neu ankommenden Geflüchteten im Bezirk einen schönen Willkommensgruß bekommen, um ihnen so den Einstieg ins Schulleben zu erleichtern. Zum anderen waren bereits in den letzten Monaten viele Menschen auf uns zugekommen mit der Frage, wie sie geflüchteten Menschen im Bezirk helfen können. In Kooperation mit der Alexander-Puschkin-Schule wurde der Aufruf für deren Willkommensschüler_innen gestartet.

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Veranstaltung: Rechtspopulismus populär? – Informationen zu Rechtspopulismus und rassistischen Mobilisierungen

Viele Menschen flüchten aktuell nach Deutschland und Europa. Willkommensinitiativen entstehen und viele Menschen wollen den Ankommenden mit Spenden helfen. Die Geflüchteten sollen neue Perspektiven erhalten.
Dennoch brechen sich Rechtspopulismus und rassistische Ressentiments in Deutschland ihre Bahn. Auf Demonstrationen von PEGIDA in Dresden oder BÄRGIDA in Berlin wird – teilweise auch mit offenen Mordrohungen – zur Verteidigung des Abendlandes aufgerufen. Nicht nur dort bilden Neonazis, Rechtspopulist_innen, Verschwörungstheoretiker _innen und rassistische Bürger_innen eine unheilvolle Allianz.
Extrem rechte und rechtspopulistische Parteien stimmen in den rassistischen Chor ein und versuchen Kapital aus dem „Zorn der Straße“ zu ziehen. Als Reaktion auf eingerichtete Unterkünfte für Geflüchtete gründen sich immer wieder
„Nein zum Heim“-Initativen, um rassistische und nationalistische Stimmungen auf die Straße zu tragen. Trauriges Resultat sind tägliche Angriffe auf Einrichtungen für Geflüchtete.

Über diese aktuellen Entwicklungen wollen wir mit euch sprechen. Wie sehen die rechtspopulistischen und rassistischen Mobilisierungen aus? Was sind die ideologischen Grundlagen und wer sind die zentralen Akteure? Ein Blick auf die Situation im Bezirk Lichtenberg soll die Veranstaltung abrunden.

Referenten:
Dr. Gerd Wiegel

Referent für Rechtsextremismus und Antifaschismus für die Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag

Sebastian Wehrhahn
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR)
Michael Mallé
Register Lichtenberg

11. November 2015 – 18.00 Uhr – Kieztreff UNDINE (Hagenstr. 57, 10365 Berlin)

Die Veranstaltenden behalten sich vor nach § 6 VersammlG, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Aktion „Schultüten für Flüchtlingskinder“ ist beendet

Die Sammelaktion ist vorbei und wir können immer noch nicht genau einschätzen, wie viele Schultüten für Flüchtlingskinder letztendlich zusammen gekommen sind. Die Masse ist einfach unüberschaubar und übersteigt bei weitem das, was wir mit der Aktion angestrebt hatten.
An allen drei Sammelpunkten sind dutzende, ja hunderte Tüten abgegeben worden, von Familien, von Senior_innen, von Student_innen, von kleinen Betrieben und Läden. Von Menschen, die bei Facebook rumfragten, ob sich jemand von den Freunden beteiligen wolle und plötzlich das Wohnzimmer voller Schulmaterial hatten, von Leuten, die sich zum Geburtstag von ihren Freunden nur Schultüten für diese Aktion wünschten und dann mit einem vollgepackten Auto vorbeikamen. Von den Redakteur_innen der Berliner Zeitung, die nicht nur – wie mehrere andere Zeitungen auch – Werbung für die Aktion machten, sondern selber dutzende Tüten packten. Euch allen gebührt 1000facher Dank. Ebenso dem Stadtteilzentrum Lichtenberg-Mitte und dem Kieztreff UNDINE, die tatkräftig mithalfen. Und JULI, Lyra e.V. und der Verein der Vietnamesen in der Kultschule, die als Anlaufpunkte einsprachen, wenn das Koordinations-Büro nicht besetzt war.
Wir haben in der letzten Woche fast nichts anderes gemacht, als diese Sammelaktion zu koordinieren. Jetzt werden die Tüten an die Lichtenberger Willkommensklassen verteilt. Nicht mehr nur an die der Puschkin-Schule, wie ursprünglich geplant, sondern möglichst flächendeckend an alle Willkommensklassen. Jede Tüte wird ein glückliches Kind finden. Versprochen!
Viele Menschen haben uns in den letzten Wochen gefragt, wie sie darüber hinaus helfen können. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Es gibt die Willkommensinitiative Lichtenberg (Kontakt über: post@koordinierungsstelle-lichtenberg) und das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz. Beide suchen immer engagierte Mitstreiter_innen. Für direkte Hilfe für die Flüchtlinge in Karlshorst gibt es eine eigene Koordination (www.nuk.lichtenberg-hilft.de).
Einen Überblick gibt es in dieser Broschüre:
https://bunterwind.files.wordpress.com/2015/02/wegweiser-adressen_kontakte_fuer_eine_willkommenskultur-1.pdf